FAQ

OFT GESTELLTE FRAGEN / FAQ

Wie viel Balkonkraftwerke darf ich betreiben?
Grundsätzlich ist rechtlich keine Beschränkung der Anzahl von Balkonkraftwerken festgelegt. Sie sollten jedoch die folgenden Punkte beachten: Überschreiten Sie als Gesamterzeugnis die 600 Watt Leistung, können Sie nicht mehr die bürokratisch vereinfachten Verfahren nutzen, die für Kleinbetreiber vorgesehen sind.

Wie groß darf ein Balkonkraftwerk sein ohne Genehmigung?
Grundsätzlich haben Hausbesitzer oder Mieter das Recht darauf auch mehrere Solar Module zu nutzen, solange der von ihnen verwendete Wechselrichter nicht die Maximalgrenze von 600 Watt Leistung überschreitet. Es ist jedoch nur ein 600 Watt Balkonkraftwerk pro Wohnung bzw. Zähler erlaubt.

Was kann passieren wenn ich mein steckbares Solargerät nicht bei der Bundesnetzagentur anmelde?
Sollte die Bundesnetzagentur steckbare Photovoltaik-Module als meldepflichtig ansehen, könnte theoretisch ein Bußgeld nach § 21 (MaStRV) verhängt werden.

Was passiert wenn ich 2 Balkonkraftwerke anschließe?
Durch das Vorhandensein mehrerer Anlagen wird mehr Strom generiert, wobei die erlaubte Maximalleistung nicht überschritten wird. Aber dieser Trick funktioniert nicht, denn es ist nur ein Balkonkraftwerk pro Wohnung erlaubt.

Warum darf man nur 600W einspeisen?
Die aktuelle Leistungsgrenze für Balkonkraftwerke liegt bei 600W Einspeiseleistung. Das heißt der Wechselrichter darf maximal 600W ins Hausnetz einspeisen. Dies ist mit dem BDM-600 gegeben. Die Modulleistung kann durchaus größer sein, da der Wechselrichter (BDM-600) maximal 600W einspeisen kann.

Was passiert mit Balkonkraftwerk bei Stromausfall?
Bei Stromausfall funktioniert ein Balkonkraftwerk leider nicht als Ersatzstromquelle. Die Funktionsweise des Wechselrichters verhindert die Möglichkeit einer Überbrückung bei Stromausfall. Eine Fotovoltaik-Zelle liefert grundsätzlich Gleichstrom.

Was kann ich mit einer 600 Watt Solaranlage betreiben?
Ein Balkonkraftwerk besteht meist aus einem oder zwei Solarmodulen, die zusammen maximal 600 Watt Peak leisten dürfen, und einem Wechselrichter. Sind mehr Module in Verwendung, drosselt der Wechselrichter die Leistung auf maximal 600 Watt Peak.

Wie viele Balkonkraftwerke dürfen pro Steckdose angeschlossen werden?
An einer Steckdose dürfen maximal 3 Module der 400er-Serie angeschlossen werden.

Wie viel Strom erzeugt ein Balkonkraftwerk am Tag?
Balkonkraftwerk Leistung Ø Stromertrag / Jahr Stromertrag / Tag
300 bis 315 Watt 270 bis 290 kWh 0,74 bis 0,79 kWh
600 Watt  550 bis 570 kWh 1,5 bis 1,56 kWh



Wie gefährlich kann ein Balkonkraftwerk werden?
Ein Balkonkraftwerk ist nicht gefährlich. Die verbauten Wechselrichter erkennen, ob das Gerät an einem funktionierenden Stromnetz angeschlossen ist. Das Gleiche gilt auch bei der Netztrennung: In diesem Fall stellt die Anlage den Betrieb sofort ein.

Ist eine Wieland Steckdose Pflicht?
Auch wenn keine direkte gesetzliche Pflicht für die Einhaltung der VDE-Normen besteht, fordern viele Netzbetreiber einen Wieland-Anschluss, um die Anmeldung der Mini-PV-Anlage durchzuführen. Laut den VDE-Normen sollte die Installation der Wieland-Steckdose von einer Elektrofachkraft ausgeführt werden.

Was ist Wieland Steckdose?
Der Wieland Stecker ist aus einem auf Strom bezogenen robusteren Plastik als die normale Schuko-Steckdose. Zudem sind die Pins nicht wie beim Schuko Stecker komplett freiliegend, was die theoretische Gefahr eines Lichtbogens zwischen Pin und Buchse und damit die Überhitzung und Brandgefahr minimiert.

Wie groß darf eine Stecker Solaranlage sein?
Die Energiesteckvorrichtung nach Vor Norm DIN VDE V 0628-1 (VDE V 0628-1) ist für maximal 16 A (3,68 kVA) zugelassen. Pro Energiesteckvorrichtung ist eine Erzeugungsanlage zulässig. Beispiel: Bei einem Leiterquerschnitt von 1,5 mm² ist dies auf maximal 16 A (3,68 kVA) begrenzt.

Wie schnell amortisiert sich ein Balkonkraftwerk?

Amortisationszeiten für Steckersolargeräte: Die Werte sind errechnet mit dem „Stecker-Solar-Simulator“ der HTW Berlin. Zugrunde gelegt ist ein Strompreis in Höhe von 37 Cent je kWh und eine jährliche Preissteigerung um zwei Prozent. Der Betrachtungszeitraum beträgt 15 Jahre. Die Kosten für etwaige Elektrikerarbeiten sind grob geschätzt.

 

Der Nutzungsgrad kann unter 50 Prozent, aber auch über 90 Prozent liegen. Mit einem 300-Watt-Steckersolargerät, senkrecht an einem Ostbalkon befestigt, benötigt ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.000 kWh im Rechenbeispiel etwa 149 kWh (Nutzungsgrad: 91 Prozent) weniger von den Stadtwerken oder einem anderen Energieversorger als vorher. Unter der Annahme, dass der Strompreis Jahr für Jahr um zwei Prozent steigt, errechnet sich für einen Zeitraum von 15 Jahren eine durchschnittliche jährliche Ersparnis von 63 Euro. Nach neun Jahren hat sich das Gerät amortisiert. Nach 15 Jahren sind, die Investitionskosten abgezogen, 430 Euro eingespart. Kommen Kosten für spezielle Einspeisesteckdose, Elektriker und Stromzählertausch hinzu, kann sich die Amortisation über 14 Jahre hinziehen und unter dem Strich eine Ersparnis von weniger als hundert Euro stehen.

Amortisationszeiten für Steckersolargeräte: Die Werte sind errechnet mit dem „Stecker-Solar-Simulator“ der HTW Berlin. Zugrunde gelegt ist ein Strompreis in Höhe von 37 Cent je kWh und eine jährliche Preissteigerung um zwei Prozent. Der Betrachtungszeitraum beträgt 15 Jahre. Die Kosten für etwaige Elektrikerarbeiten sind grob geschätzt.
Amortisationszeiten für Steckersolargeräte: Die Werte sind errechnet mit dem „Stecker-Solar-Simulator“ der HTW Berlin. Zugrunde gelegt ist ein Strompreis in Höhe von 37 Cent je kWh und eine jährliche Preissteigerung um zwei Prozent. Der Betrachtungszeitraum beträgt 15 Jahre. Die Kosten für etwaige Elektrikerarbeiten sind grob geschätzt.© Biallo.de
Amortisationszeiten für Steckersolargeräte: Die Werte sind errechnet mit dem „Stecker-Solar-Simulator“ der HTW Berlin. Zugrunde gelegt ist ein Strompreis in Höhe von 37 Cent je kWh und eine jährliche Preissteigerung um zwei Prozent. Der Betrachtungszeitraum beträgt 15 Jahre. Die Kosten für etwaige Elektrikerarbeiten sind grob geschätzt.

Im Fall von zwei Solarmodulen mit insgesamt 600 Watt Leistung ergibt sich eine jährliche Ersparnis von 108 Euro. Ohne Elektrikerkosten beträgt die Amortisationszeit acht Jahre, die Einsparung nach 15 Jahren 859 Euro. Mit Elektrikerkosten dauert es elf Jahren, die Ersparnis schließlich etwa 520 Euro.

Rechnet man dieses Beispiel für ein optimal nach Süden ausgerichtetes 300er-Modul, kommt man auf eine durchschnittliche jährliche Ersparnis von 102 Euro und eine Amortisationszeit von sechs oder zehn Jahren. Nach 15 Jahren sind rund 1.000 oder 650 Euro eingespart. Mit 600er-Modul sind es 162 Euro und sechs oder acht Jahre, die Einsparung beläuft sich auf mehr als 1.650 oder gut 1.300 Euro.

Ein Single-Haushalt mit 1.500 kWh Jahresverbrauch kann je nach Modulausrichtung und -leistung eine jährliche Einsparung zwischen rund 50 und 100 Euro erzielen. Die Amortisation ist nach der HTW-Simulation frühestens nach acht Jahren erreicht.

 

Welche Förderung gibt es?

Etliche Kommunen bezuschussen die Anschaffung eines Steckersolargeräts. Manche fördern die Energiewende sogar mit mehreren hundert Euro. Voraussetzung für die Förderung ist vielerorts, dass das Gerät und die Installation normgerecht sind. Das bedeutet, der Zuschuss wiegt zum Teil oder ganz die Kosten für den Elektriker auf. Eine weitere Bedingung ist, dass die Zustimmung des Vermieters oder Hauseigentümers zur Installation vorliegt.

Zu den Kommunen beziehungsweise Kreisen mit Förderprogramm gehören beispielsweise: Aachen (300 Euro), Braunschweig (400 Euro, 2022 ausgeschöpft), Günzburg (100 Euro), Düsseldorf (700 Euro), Freiburg (200 Euro), Rheinisch Bergischer Kreis (zehn Prozent der Investitionskosten), Stuttgart (100 Euro), Oldenburg (300 Euro).

Tipp: Gefragt, wie Photovoltaik ist, leeren sich Fördertöpfe schnell. Die Stadt Braunschweig etwa startete am 1. April die Förderung für die Installation von Steckersolargeräten. Kurze Zeit später war das komplette Förderprogramm für regenerative Energien ausgeschöpft. Andernorts waren binnen Stunden mehr Anträge eingegangen als Mittel vorhanden. Erst für 2023 sind wieder neue Gelder vorgesehen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Kommune nach Fördermöglichkeiten und seien Sie rechtzeitig in den Startlöchern.

 

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?

PV-Anlagen sind eine langfristige Investition, das gilt auch für Mini-Versionen. Deren Preise sind in den vergangenen Monaten gestiegen. „Das hängt sicher mit der hohen Nachfrage zusammen, aber auch mit gestiegenen Rohstoffpreisen“, sagt Jörg Sutter. „Aber in den meisten Fällen lohnt sich das trotzdem, auch wenn es am Anfang etwas teurer ist.“

 

Geräte mit 300 Watt Nennleistung kosten im Schnitt um die 500 Euro, die Preise vieler 600-Watt-Geräte liegen zwischen 750 und 800 Euro. Wobei die Spanne groß ist. Zudem können die Installation der Einspeisesteckdose und der Stromzählertausch mit ein paar hundert Euro zu Buche schlagen. Obendrein kommt es vor, dass Vermieter oder WEG ihre Zustimmung an die Bedingung knüpfen, dass ein Fachbetrieb die komplette Montage erledigt. Summa summarum können die Investitionskosten vierstellig sein. Dem gegenüber steht die Menge an Strom, die weniger vom Energieversorger bezogen wird. Das ist die Menge, die das Balkonkraftanlage produziert abzüglich des Anteils, der nolens volens ins öffentliche Netz eingespeist wird – immer dann, wenn gerade mehr erzeugt als verbraucht wird. Das Verhältnis von erzeugtem Strom zu vermiedenem Strombezug stellt den Nutzungsgrad dar.

 

Wie viel Zeit vergeht, bis die Einsparung durch den vermiedenen Strombezug höher sind als die Investitionskosten, lässt sich dem „Stecker-Solar-Simulator“ der HTW Berlin ermitteln. Der Online-Rechner berücksichtigt Unterschiede bei der Stromnutzung je nach Haushaltsgröße, Basis dafür sind 41 gemessene Jahreslastprofile von Wohnungen und Einfamilienhäusern.